Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Was ist AK?

Akanthamöben-Keratitis (AK) ist eine seltene Augenerkrankung, die durch frei lebende Protozoen – im Boden, im Wasser und in der Luft vorkommende Akanthamöben – hervorgerufen wird. Ohne Behandlung kann AK eine schwere Verschlechterung der Sehkraft verursachen und zur Erblindung führen. AK ist eine Infektion der Hornhaut, d. h. der durchsichtigen „Scheibe“ im vorderen Bereich des Auges, und kann sehr schmerzhaft sein. Am häufigsten tritt AK bei Kontaktlinsenträgern auf, allerdings ist jeder Mensch mit einer Hornhautverletzung für diese Infektion anfällig. Der Lebenszyklus der Akanthamöbe ist in zwei Phasen unterteilt – eine aktive Phase (in der der Organismus frisst und sich fortpflanzt) und eine inaktive Ruhephase (in der sich die Akanthamöbe vor Angriffen schützt, indem sie sich in eine Zyste einkapselt).

Welche Symptome zeigt AK?

Zu den anfänglichen Symptomen der AK zählen Schmerzen im Auge, Augenrötung, Lichtempfindlichkeit, Augenreizung, verschwommenes Sehen und übermäßiger Tränenfluss. Die Symptome der AK ähneln denen verschiedener anderer Augeninfektionen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Wer ist besonders gefährdet, sich mit AK zu infizieren?

Obwohl das Risiko, sich mit AK zu infizieren sehr gering ist (1:100.000 in der EU), betreffen bis zu 85 % der AK-Infektionen Kontaktlinsenträger. AK-Betroffene, die keine Kontaktlinsen tragen, haben meist irgendeine Art von Hornhautverletzung erlitten.

Wie wird AK diagnostiziert?

Ihr Augenarzt wird Ihre Hornhaut mithilfe eines Standard-Spaltlampenmikroskops auf Anzeichen einer Entzündung untersuchen, darunter die spezifischen klinischen Merkmale der AK. Gegebenenfalls wird daraufhin eine Abschabung der Hornhaut durchgeführt und eine Kultur angelegt (bei diesem Prozess werden ein paar Zellen Ihrer Hornhaut entnommen und zur genaueren Analyse an ein Labor geschickt) oder ein Abstrich der Hornhaut genommen, um diese mittels „PCR“-Test auf DNS von Akanthamöben zu untersuchen. Es dauert ein paar Tage, bis die Ergebnisse dieser beiden Tests vorliegen. In einigen Fällen lässt sich AK auch mithilfe eines Konfokalmikroskops erkennen, einem leistungsstarken Scanner, mit dem Akanthamöben-Zysten in den verschiedenen Schichten der Hornhaut sichtbar gemacht werden können. Ihr Augenarzt wird diese Tests zusammen mit anderen klinischen Anzeichen und Symptomen auswerten, um einen angemessenen Behandlungsplan aufzustellen.

Warum ist die Krankheit so schwer zu diagnostizieren?

 In den Anfangsstadien zeigen AK und andere mikrobielle Hornhautinfektionen ähnliche Anzeichen und Symptome, sodass sich nur schwer auf Anhieb feststellen lässt, an welcher Sie leiden. Deshalb werden verschiedene Tests durchgeführt und unterschiedliche klinische Symptome beobachtet. In manchen Fällen kann sich die Diagnose ändern, sobald der Arzt genauere Informationen aus den Labortests erhält. Die Diagnose kann sich aber auch in Abhängigkeit davon ändern, wie Ihr(e) Auge(en) auf die Behandlung anspricht/ansprechen.

Der wesentliche Unterschied zwischen AK und anderen mikrobiellen Infektionen liegt darin, dass sich AK aufgrund ihrer Resistenz gegenüber vielen Therapieformen nur schwer behandeln lässt. In der inaktiven Zystenform können Akanthamöben lange Zeit überleben. Zudem kann AK nicht mit Antibiotika behandelt werden, da es sich hierbei um eine bakterielle Infektion handelt.

Warum schmerzt mein Auge so stark und ist gerötet?

AK kann extrem schmerzhaft sein, was aber nicht bei allen Patienten der Fall ist. Die Hornhaut zählt zu den empfindlichsten Organen des Menschen und besitzt die höchste Dichte an Schmerzrezeptoren im ganzen Körper. Deshalb kann eine Verletzung der Hornhaut sehr schmerzhaft sein. Schmerzen können aber auch durch die Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf die Infektion Ihrer Hornhaut ausgelöst werden – dies wird auch als Entzündungsreaktion bezeichnet und kann die Ursache geröteter und schmerzender Augen sein. Auch die zur Behandlung von AK genutzten Medikamente können ziemlich scharf sein und manchmal ebenfalls die Oberfläche Ihrer Hornhaut reizen. Ihr Arzt wird versuchen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen effektiver Behandlung der Infektion und Vermeidung weiterer Reizungen der Hornhautoberfläche herzustellen.

Warum bin ich so lichtempfindlich und warum tränt mein Auge so stark?

Auch Lichtempfindlichkeit zählt zu den Symptomen der Entzündung und Infektion Ihrer Hornhaut, da sich die normalerweise klare Hornhaut trübt und das Licht streut. Eventuell sind Sie lichtempfindlich, weil Ihnen Ihr Augenarzt Augentropfen verabreicht hat, welche die Pupille, d. h. die Öffnung, durch die Licht ins Auge dringt, kurzfristig weiten.

Manchmal kann bei einer Hornhautinfektion auch die Iris (der farbige Bereich des Auges) zu krampfen beginnen, was ebenfalls Schmerzen verursacht. Deshalb können diese Tropfen den Schmerz lindern, gleichzeitig aber auch die Lichtempfindlichkeit verstärken. Lichtempfindlichkeit bezeichnen wir manchmal auch als „Photophobie“. Der Tränenfluss ist eine natürliche Reaktion auf die Schädigung der Hornhautoberfläche und eine reflexartige Reaktion auf die Infektion. Dadurch sollen Reizstoffe von der Oberfläche des Auges gespült werden.

Warum hat sich meine Sehkraft so plötzlich verschlechtert?

In den Anfangsstadien der Krankheit kann sich die Oberfläche der Hornhaut aufgrund der Entzündung verformen, was wiederum die Sehkraft beeinträchtigt. Dies kann ziemlich plötzlich geschehen und Sie sollten schnellstmöglich Ihren Augenarzt aufsuchen, wenn Sie dieses Symptom feststellen. Falls die Behandlung der Infektion anschlägt, verspüren die Patienten eine Verbesserung ihrer Sehkraft, sobald die Entzündung zurückgeht und die Oberfläche heilt. In späteren Stadien der Erkrankung ist in der Regel die Vernarbung der Hornhautvorderseite infolge der lang anhaltenden Entzündung der Grund für einen Verlust des Sehvermögens. Bei einigen Patienten kann eine ziemlich starke Vernarbung auftreten, die weiter behandelt werden muss (z. B. mittels Hornhauttransplantation), um nach Abklingen der Infektion die Sehkraft wiederherzustellen. In etwa einem Viertel der Fälle kommt es zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens.

Wie könnte ich mich mit AK infiziert haben?

Etwa 85 % der AK-Erkrankungen stehen mit dem Tragen von Kontaktlinsen in Verbindung. Es sind viele verschiedene Faktoren bekannt, die das Risiko einer AK-Infektion erhöhen. Der größte Risikofaktor ist Wassereinwirkung (im Allgemeinen beim Schwimmen oder Duschen mit Kontaktlinsen, beim Spülen oder Lagern der Linsen in Wasser und bei der Berührung der Linsen mit ungewaschenen oder nassen Händen). Auch eine unzureichende Kontaktlinsen-Hygiene, einschließlich mangelnder ordnungsgemäßer Desinfektion der Linsen sowie regelmäßiger Reinigung und Entsorgung der Kontaktlinsen-Behälter, steigert nachweislich das Infektionsrisiko. Aber auch Personen, die keine Kontaktlinsen tragen, können sich mit AK infizieren, wenn auch in deutlich selteneren Fällen als Kontaktlinsenträger.

Ich habe AK in einem Auge. Kann sich die Infektion auch auf das andere Auge oder andere Körperteile ausbreiten?

Generell sind Fälle beidseitiger AK (bei der beide Augen betroffen sind) selten. Wenn sie jedoch auftraten, dann eher, weil gleichzeitig beide Augen der Patienten infiziert wurden, anstatt dass sich die Infektion vom einen auf das andere Auge ausgebreitet hat. Akanthamöben sind insoweit opportunistische Organismen, als dass sie in der Umwelt weit verbreitet sind, befallen aber glücklicherweise nur selten menschliches Gewebe, um Krankheiten zu erregen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Akanthamöben von Mensch zu Mensch übertragen werden. Es existieren einige extrem seltene Stämme von Akanthamöben, die das Gehirn befallen können. Die meisten dieser Fälle treten bei immungeschwächten Patienten auf und stehen nicht mit dem Tragen von Kontaktlinsen in Verbindung. Dennoch ist es stets ratsam, vernünftige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass keine anderen Bakterien oder Keime zwischen Ihren Augen bzw. zwischen Nase/Mund und Ihren Augen verteilt werden. Waschen Sie sich vor und nach der Verabreichung Ihrer Augentropfen stets die Hände.

Wie werde ich behandelt?

In der Regel erfolgt die Behandlung mittels antiseptischen Tropfen, wie PHMB, Chlorhexidin, Brolen oder Hexamidin, durch die die Amöben abgetötet werden. In den ersten Tagen sind diese Augentropfen meist stündlich (auch über Nacht) zu verwenden. Im Laufe der weiteren Behandlung wird diese Dosis dann auf alle 2 Stunden und später immer weiter reduziert. In den ersten Tagen kann es ziemlich schwierig sein, die Augentropfen über Nacht zu verwenden, aber es ist sehr wichtig, die vom Arzt verordnete Anwendung möglichst genau einzuhalten.

Zusätzlich zu den Augentropfen mit Amöben bekämpfender Wirkung können Ihnen entzündungs- oder schmerzhemmende Medikamente verordnet werden, um die Schmerzen zu lindern. Außerdem können Ihnen im Anfangsstadium der Entzündung auch erweiternde Tropfen verabreicht werden, um schmerzhafte Krämpfe des farbigen Augenbereichs, der Iris, zu stoppen. Etwa 10 % der Akanthamöben-Infektionen gehen mit einem dualen Krankheitsbild einher, d. h. in Verbindung mit einer weiteren, meist bakteriellen Infektion. Ist dies bei Ihnen der Fall, werden Ihnen zusätzlich zu den Augentropfen ggf. auch Antibiotika verschrieben. Manchmal werden diese auch zum Schutz vor bakteriellen Infektionen verabreicht, solange die Augenoberfläche in den Anfangsstadien der Erkrankung geschädigt ist. Patienten mit schwerwiegender Entzündung oder Skleritis (Entzündung des weißen Bereichs im Auge) werden gelegentlich Steroidaugentropfen verschrieben, wobei diese nicht jeder Patient benötigt und ihre Anwendung sorgfältig überwacht werden muss.

Da jeder Patient anders auf die Infektion reagiert, wird Ihr Arzt die für Sie am besten geeignete Behandlungsmethode abwägen. Die Behandlung kann sich je nach Reaktion Ihrer Augen ändern. Bei Bedenken hinsichtlich Ihrer Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Wird AK in allen Ländern gleich behandelt?

Aktuell gibt es keine lizenzierten Medikamente, die in allen Ländern für die Behandlung von AK zugelassen sind, obschon die meisten Augenärzte dieselbe Gruppe antiseptischer Augentropfen einsetzen, die anhand von Labortests nachweislich Akanthamöben sowohl in aktiver als auch inaktiver Form abtöten und sich bei der Behandlung großer Patientenserien als effektiv erwiesen haben. Einige Patientenberichte deuten auf eine erfolgreiche Behandlung mit anderen Medikationstypen wie Kollagenquervernetzung und Antimykotika hin, wobei diese Ergebnisse nur in wenigen Einzelfällen berichtet wurden. Es sind umfassendere Studien nötig, um zu prüfen, ob einige dieser Therapien geeignete Ergänzungen oder Alternativen zu den bereits angewendeten Behandlungsmethoden sein könnten.

Wie lange dauert die Behandlung?

Zwar ist jeder Patient anders, dennoch lässt sich im Allgemeinen davon ausgehen, dass Patienten, bei denen eine entsprechende Diagnose gestellt wurde und die rasch eine geeignete Behandlung erhalten, diese drei bis sechs Monate andauern wird. Einige Patienten genesen schneller, wohingegen kompliziertere Fälle länger als ein Jahr andauern können. Obwohl die Anfangsstadien der Erkrankung äußerst schwierig verlaufen und Sie in der Verrichtung Ihrer Alltagsaufgaben einschränken können, sollten Sie viele davon wieder meistern können, sobald die Infektion unter Kontrolle ist, auch wenn Ihre Behandlung noch anhält.

Können Steroidtropfen Nebenwirkungen verursachen?

Zwar unterstützen Steroidtropfen die Heilung und lindern die Beschwerden im Auge, indem sie die Entzündung eindämmen, dennoch können durch den Einsatz von Steroiden die Bekämpfung der Infektion verzögert und weitere Nebenwirkungen hervorgerufen werden, wie beispielsweise Katarakt (grauer Star – Linsentrübung) und Glaukom (grüner Star – erhöhter Augeninnendruck). Deshalb muss der Einsatz von Steroiden von Ihrem Augenarzt sorgfältig abgewogen werden.

Ein geringer Prozentsatz der Patienten klagt über Skleritis (Entzündung des weißen Bereichs im Auge), die in der Regel mit Steroidtropfen behandelt wird, und in schwerwiegenderen Fällen werden zusätzliche, oral einzunehmende Medikamente verabreicht.

Muss ich bei der AK-Behandlung mit weiteren Nebenwirkungen rechnen?

Bei manchen Patienten treten Nebenwirkungen auf, wie starre, erweiterte Pupillen oder Schädigung der Iris (deren Aussehen kann jedoch nach Abklingen der Infektion mithilfe eines kosmetischen Eingriffs korrigiert werden). Manchmal können auch Vaskularisierung (Bildung von Blutgefäßen in der Hornhaut) und sekundäre bakterielle Infektionen auftreten. Mit schweren Formen der AK gehen verschiedene weitere Nebenwirkungen einher, weshalb Ihr Arzt bei jedem Termin in der Praxis Ihr(e) Auge(n) gründlich auf Anzeichen solcher Nebenwirkungen untersuchen wird.

Ist in jedem Fall eine Hornhauttransplantation erforderlich?

Etwa 25 % der AK-Fälle gipfeln in einer Hornhauttransplantation. Es gibt verschiedene Transplantationsarten – die jeweils mit unterschiedlichen Risiken einhergehen. Einige werden durchgeführt, um Ihre Sehkraft nach dem Abklingen der Infektion wiederherzustellen. Andere Transplantationen werden im Rahmen der Therapie am aktiv entzündeten Auge vorgenommen. Dies geschieht in der Regel bei Hornhautperforationen, obschon die Erfolgsquote dieser therapeutischen Transplantationen geringer ausfällt und die Methode deshalb nur äußerst selten und nur im absoluten Ernstfall durchgeführt wird. Zudem besteht nach der Operation das Risiko eines erneuten AK-Ausbruchs. Deshalb werden Hornhauttransplantationen im Allgemeinen erst dann durchgeführt, wenn das Auge eine Zeit lang infektionsfrei ist. Ihr Arzt wird mit Ihnen die für Sie am besten geeignete Methode besprechen und Sie erhalten separate Informationen, wenn Sie für eine Hornhauttransplantation infrage kommen. Bei Patienten, die keine Transplantation benötigen, lässt sich die Sehkraft mittels harter Kontaktlinsen verbessern. Ihr Augenarzt wird mit Ihnen zu gegebener Zeit alle Optionen besprechen.

Kann ich wie gewohnt duschen und Haare waschen?

Ja, obwohl Sie nach einer erst kürzlich erfolgten Hornhautabschabung oder bei diagnostiziertem Epitheldefekt (eine Oberflächenschädigung der betroffenen Hornhaut) vorsichtshalber ein paar Tage lang darauf achten sollten, dass kein Wasser ins Auge gelangt. Während dieser Zeit sollten Sie aber keinesfalls schwimmen gehen. Bei Bedenken wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Kann ich Augen-Make-up tragen?

In den Anfangsstadien Ihrer Behandlung sollten Sie auf Augen-Make-up verzichten, da so unter Umständen zusätzliche Bakterien ins Auge gelangen können. Sie sollten sorgfältig darauf achten, das/die betroffene(n) Auge(n) nicht übermäßig zu reiben, und das Augen-Make-up sollte möglichst vorsichtig mit einem sanften Reiniger entfernt werden, um die Hornhaut nicht zu reizen. Sobald Ihre Infektion abklingt, können Sie bei Bedarf nicht-wasserfestes Augen-Make-up tragen. Fragen Sie bei nächsten Termin jedoch bitte auch Ihren Arzt.

Ich bin sehr lichtempfindlich. Was kann ich tun?

Bei Bedarf können Sie sich eine Sonnenbrille in Ihrer jeweiligen Sehstärke anschaffen, um Probleme bei Tageslicht zu mindern. Auch das Zuziehen von Vorhängen und Jalousien zu Hause kann helfen. Sie können auch eine Augenklappe tragen oder das entsprechende Brillenglas mit einem Pflaster abkleben – das kann helfen, wenn Sie fernsehen oder am Computer arbeiten möchten. Zwar haben die meisten Patienten zunächst Hemmungen, aber so lassen sich die Symptome ein Stück weit lindern. Sie sollten die Klappe jedoch nicht ständig tragen, damit frische Luft an das geschädigte Auge gelangen kann. Vielen Patienten hilft im Freien auch das Tragen von Hut und Sonnenbrille. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Pflaster verwenden, die am Auge selbst haften.

Kann ich weiterhin Sport treiben?

Ja, für viele Patienten ist Sport eine guten Möglichkeit, um zu entspannen und ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Außerdem hat sich gezeigt, dass dadurch Selbstwertgefühl, Laune, Schlafqualität und Energie gesteigert sowie das Risiko für Stress und Depressionen gesenkt werden. Sie können Sport also ganz nach Belieben ausüben, wobei jedoch bei Kontaktsportarten wie Rugby Vorsicht geboten ist. Bei Bedenken wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Kann ich weiterhin Auto fahren?

Sie sind verpflichtet, die zuständige Führerscheinbehörde zu informieren, wenn Sie Probleme mit Ihrer Sehkraft haben, von denen beide Augen betroffen sind bzw. das verbleibende Auge, falls Sie nur ein Auge haben. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie die Mindestvorgaben in Bezug auf die Sehkraft erfüllen, um Auto fahren zu können.

Ab wann kann ich wieder Kontaktlinsen tragen?

Das hängt davon ab, wie stark Ihre Hornhaut durch die Infektion geschädigt wurde. Für Patienten, die nach Abklingen der AK wieder Kontaktlinsen tragen möchten, sind Tageslinsen meist die am besten geeignete Option. Die meisten Patienten müssen zunächst mehrere Wochen oder Monate warten, um sicherzustellen, dass die Infektion vollständig abgeklungen ist und ihr(e) Auge(n) gesund ist/sind, ehe sie wieder Kontaktlinsen tragen dürfen. Fragen Sie dazu bitte Ihren Arzt.

Auf welche Symptome sollte ich zwischen meinen Arztterminen achten?

Jede plötzliche Verstärkung der Schmerzen, der Rötung oder des Sehkraftverlusts ist als Notfall zu betrachten. Sie sollten sich dann umgehend in die Notaufnahme einer Augenklinik oder zu Ihrem Augenarzt begeben.

Wie viel Zeit sollte zwischen den Anwendungen unterschiedlicher Augentropfen liegen?

Im Allgemeinen sollten etwa fünf Minuten zwischen dem Einträufeln der Tropfen liegen. Das kann sich als schwierig erweisen, wenn Sie jede Stunde oder alle zwei Stunden mehrere verschiedene Tropfen verwenden müssen. Versuchen Sie also, mindestens zwei Minuten zwischen dem Einträufeln jedes Medikaments verstreichen zu lassen, wenn Ihnen mehr als zwei verordnet wurden. Stellen Sie sich am besten einen Wecker oder nutzen Sie Smartphone-Apps, um sich an die pünktliche Anwendung erinnern zu lassen.

Ein Großteil der Augentropfen laufen mir aus dem Auge. Ist das schlimm? Wie kann ich das verhindern?

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn ein Teil der Augentropfen aus dem Auge läuft – das ist ganz normal. Es ist ratsam, den Kopf nach hinten zu lehnen und das Auge nach dem Einträufeln etwa eine Minute lang geschlossen zu halten, um sicherzustellen, dass die gesamte Dosis des Medikaments ins Auge gelangt. Das kann jedoch unterwegs oder an öffentlichen Plätzen unpraktisch sein. Versuchen Sie diese Methode jedoch zumindest immer dann, wenn es Ihnen möglich ist. Falls überhaupt keine Tropfen ins Auge gelangt sind, wiederholen Sie den Vorgang. Falls eine geringe Menge ins Auge gelangt ist, versuchen Sie bitte, den Vorgang beim nächsten Mal ordnungsgemäß durchzuführen. Manchmal kann es auch helfen, wenn ein Freund oder Angehöriger das Einträufeln übernimmt, insbesondere dann, wenn Sie mit dem/den betroffenen Auge(n) nur eingeschränkt sehen können.

Warum brennen manche Augentropfen so stark?

Wenn Ihr Auge stark entzündet, gerötet oder gereizt ist oder Sie an einem Epitheldefekt leiden, können Sie die Tropfen als stark brennend empfinden. Auch können unterschiedliche Formulierungen von Augentropfen, mit denen Akanthamöben abgetötet werden sollen, brennen, wenn sie ins Auge gelangen und sich mit anderen, zuvor genutzten Präparaten vermischen. Versuchen Sie deshalb, einen angemessen zeitlichen Abstand zwischen dem Einträufeln verschiedener Medikamente einzuhalten. Das Brennen lässt sich auch verringern, indem Sie die Tropfen im Kühlschrank aufbewahren. Oder legen Sie sich eine kalte Kompresse bzw. einen Kühlakku auf Ihre Stirn oder auf die entsprechende Gesichtshälfte, nachdem Sie das Präparat eingeträufelt haben. Bei Bedenken sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Ich vergesse immer wieder, die Tropfen anzuwenden, da ich die Zeit nicht immer im Blick habe. Was kann ich tun?

Wenn Sie verschiedene Tropfen zu unterschiedlichen Zeiten am Tag anwenden müssen, sollten Sie sich einen Wecker stellen und in einem griffbereiten Notizbuch die bereits verabreichten Dosen abhaken. Außerdem gibt es ziemlich hilfreiche „Erinnerungs“-Apps fürs Smartphone, mit denen Sie die Anwendung Ihrer Medikamente im Blick behalten.

Meine Augentropfen müssen im Kühlschrank gelagert werden, aber ich bin nicht ständig zu Hause. Was kann ich tun?

Viele Patienten nutzen eine Kühltasche mit Eisakkus, um ihre Tropfen auch unterwegs ordnungsgemäß zu kühlen. Andere verwenden eine mit Eiswürfeln gefüllte Thermosflasche. Denken Sie gerade in den Sommermonaten daran, dass hohe Temperaturen auch Augentropfen beeinträchtigen können, die normalerweise nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen.

Ich bin häufig unterwegs und kann meine Hände nicht immer waschen, bevor ich die Tropfen verwende. Was kann ich tun?

Für Situationen, in denen Sie sich nicht die Hände waschen können, sollten Sie eine kleine Flasche alkoholhaltiges Handdesinfektionsgel bei sich tragen.

Wie lange werde ich krankgeschrieben?

Das ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und hängt auch davon ab, welchem Beruf Sie nachgehen. Manche Patienten arbeiten während der Erkrankung weiter, andere hingegen benötigen eine Krankschreibung. Sie sollten in jedem Fall aber erst dann an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wenn Sie Ihre Aufgaben wieder ordnungsgemäß ausüben können. Einige Patienten kehren zunächst mit zeitweilig verkürzter Arbeitszeit oder verringertem Aufgabenpensum an ihren Arbeitsplatz zurück.

Kann ich weiterhin am Computer arbeiten?

Ja, sofern Sie sich dazu in der Lage fühlen. Es kann auch helfen, wenn Sie die Helligkeit Ihres Bildschirms reduzieren oder eine Augenklappe bzw. ein entsprechendes Pflaster tragen.

Darf ich fliegen?

Ja, allerdings sollten Sie eventuell geplante Auslandsreisen mit Ihrem Arzt besprechen, damit auch während Ihrer Abwesenheit eine geeignete Behandlung gewährleistet ist.

Ich komme nur schwer mit meiner Krankheit zurecht. Welche Hilfe kann ich in Anspruch nehmen?

AK kann extrem schwere Auswirkungen auf die Betroffenen haben. Manche Patienten benötigen zusätzliche emotionale Unterstützung, insbesondere, um sich an die schwankende Sehkraft und veränderte Wahrnehmung infolge der Infektion zu gewöhnen. Einige Krankenhäuser bieten spezielle Unterstützungs- und Beratungsdienste für Patienten sowie deren Angehörige und Pfleger an und können Informationen, Tipps und Ratschläge vom Zeitpunkt der Diagnose, über die Behandlungsdauer hinweg, bis hin zur Nachkontrolle liefern.

Wo finde ich genaue Informationen über AK, die ich mit anderen teilen kann?

Unter Umständen finden Sie im Internet weitere Information, beachten Sie jedoch, dass viele dieser Informationen falsch oder veraltet sein können. In den sozialen Medien gibt es zahlreiche Foren, in denen sich AK-Patienten aus aller Welt austauschen und gegenseitig unterstützen. 

 

Diese Fragen basieren auf Informationen aus der Patienteninformationsbroschüre des Moorfields Eye Hospital und auf Patientengesprächen.